Sind Flüchtlinge krimineller als Deutsche? – Teil II

Im Folgenden will ich auf einige Gegenargumente eingehen, die man gegen den Artikel „Sind Flüchtlinge krimineller als Deutsche?“ vorbringen könnte. Der Wikipedia-Artikel zum Thema Ausländerkriminalität fasst sie sehr gut zusammen, deshalb werde ich die dortigen Punkte der Reihe nach durchgehen.

„Die PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) schließt auch ausländerrechtliche Verstöße ein, zum Beispiel unerlaubter Aufenthalt. Deutsche können sich dieser Vergehen nicht schuldig machen. Deshalb erscheinen Ausländer in der Statistik tendenziell krimineller.“

Das ist richtig, aber auch nach Abzug aller ausländerrechtlichen Verstöße ist der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen um das Zweieinhalbfache erhöht, im Vergleich mit der deutschen Restbevölkerung (siehe zweite Tabelle unten).

„Der hohe Anteil von Ausländern am Delikt Urkundenfälschung (40 Prozent) steht oft im Zusammenhang mit dem Wunsch, sich eine Grundlage für einen Aufenthalt in Deutschland zu verschaffen (diese Grundlage besitzen Deutsche durch ihren Inländerstatus von vornherein).“

Vielleicht steckt ja hinter einem Autodiebstahl auch der Wunsch, sich eine wirtschaftliche Grundlage in Deutschland zu schaffen? Behinderte sind auch nur beschränkt erwerbsfähig, trotzdem erhalten sie die gleiche Strafe für Urkundenfälschung oder Diebstahl. Mord bleibt Mord, Diebstahl bleibt Diebstahl und Urkundenfälschung bleibt Urkundenfälschung. Wer nicht qualifiziert ist oder keine Chance auf Aufnahme in einem fremden Land hat, sollte erst gar nicht dorthin auswandern.

„Wenn man die deutsche mit der ausländischen Wohnbevölkerung in Deutschland vergleichen will, dann müssen Straftaten aus der Statistik herausgefiltert werden, die von ausländischen Touristen (33.184 von 462.378 nicht-deutschen Tatverdächtigen waren 2009 Touristen), Durchreisenden oder sich aus anderen Gründen nur vorübergehend in Deutschland aufhaltenden Menschen verübt werden.“

In der PKS 2015 gibt es keine Hinweise, dass ausländische Touristen oder Durchreisende sehr viele Straftaten begehen würden. In der folgenden Tabelle auf Seite 78 der PKS steht,  dass 684 Touristen und Durchreisende, 4 Mitglieder von ausländischen Streitkräften und 127 Studenten des Wohnungseinbruchsdiebstahls verdächtigt wurden. Diese drei Gruppen zählen als einzige nicht zur ausländischen Wohnbevölkerung. Sie machen aber lediglich 11,5 Prozent aller ausländischen Tatverdächtigen aus. Bei den Tageswohnungseinbrüchen summieren sie sich auf 13,6 Prozent (wichtig: Bei den Studenten wohnt der größte Teil vermutlich dauerhaft in Deutschland, ich habe sie zur Sicherheit trotzdem komplett in die Rechnung eingeschlossen).

Touristen.PNGMeiner Meinung nach ist die Zahl der tatverdächtigen Durchreisenden bei anderen Straftaten eher geringer, weil beim Diebstahl oft professionelle osteuropäische Banden am Werk sind. Dass 11-13 Prozent aller Morde oder Vergewaltigungen von Touristen oder Studenten begangen werden, scheint mir etwas hoch.

Doch machen wir mal eine konservative Rechnung. Nehmen wir an, 15 Prozent aller Straftaten von Ausländern wurden 2015 von Durchreisenden, Studenten oder Mitgliedern der Streitkräfte begangen. Nehmen wir dazu noch einmal die Infos aus dieser Tabelle:Tatverdächtige insgesamt

Wir rechnen: 555820*0,85 = 472447       472447/(472447+1456078) = 0.24497841614

Selbst wenn wir 15 Prozent der ausländischen Tatverdächtigen als Durchreisende abziehen, bleibt der Anteil der Ausländer an den Tatverdächtigen noch immer bei 24,5 Prozent. In anderen Worten: Bei einer Ausländerquote von 11 Prozent sind Ausländer mehr als zweimal so oft tatverdächtig.

„Ausländer geraten auf Grund von Vorurteilen bei Verbrechen oft schnell unter Tatverdacht (Tatverdachteffekt) und werden bei Straftaten auch eher angezeigt als Deutsche (Anzeigeeffekt).“

Der gegenteilige Effekt könnte auch zutreffen. Weil das Meinungsklima zurzeit so aufgeheizt ist, trauen sich deutsche Opfer möglicherweise nicht, eine Tat zur Anzeige zu bringen oder öffentlich einen Ausländer zu verdächtigen – aus Angst vor sozialer Ächtung und Ausgrenzung. Auch ideologische Gründe können ein Grund dafür sein, dass Ausländer weniger angezeigt werden. In Schweden wollte eine Frau eine Vergewaltigung nicht anzeigen, weil sie fürchtete, ihr Vergewaltiger würde in den Irak abgeschoben.

„Ausländer gehören im Vergleich zu Deutschen häufiger einkommensschwachen und in prekären sozialen Verhältnissen lebenden Bevölkerungsschichten an, die auch bei Deutschen zu einer verstärkten Neigung zur Kriminalität führen.“

Ausländer und Migranten sind prinzipiell ärmer, jünger, männlicher, weniger gebildet und werden deshalb öfter straffälliger, so lautet das Argument. Das mag zwar stimmen, ist aber überhaupt nicht relevant für die Frage, ob Ausländer krimineller sind als die einheimische Bevölkerung. Entweder sie sind krimineller, oder sie sind es nicht. Und falls in Deutschland wohnende Ausländer krimineller als die Restbevölkerung sind, sollte man sich die Frage stellen: Was ist die Rechtfertigung dafür, gerade diese Personengruppe ins Land einwandern zu lassen, anstatt ausländische Ingenieure und Ärzte?

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